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Verwaltungsgemeinschaft Lechfeld - Gemeinden Untermeitingen und Klosterlechfeld  |  E-Mail: info@lechfeld.de  |  Online: http://www.lechfeld.de

Rundgang durch die Kläranlage

ZULAUFMESSUNG

Das Abwasser gelangt über zwei getrennte Kanäle aus dem Versorgungsgebiet und dem Bundeswehr-Standort Lechfeld zur Kläranlage.

Die Zulaufmengen aus beiden Kanälen werden in zwei Venturigerinnen gemessen und durch den Betriebsrechner registriert.

ZULAUFMESSUNG

RECHENANLAGE

Das ungeklärte Abwasser führt Textilien, Papier, Grobstoffe und andere ungelöste Stoffe mit sich. Durch die beiden Gegenstromrechen mit 40 bzw. 20 mm Stababstand werden diese Stoffe automatisch entnommen und in Rechengutpressen abgeworfen.

Diese Schneckenpressen entwässern das Rechengut weitgehend und transportieren es in Container. Das Rechengut wird anschließend als Müll deponiert.

RECHENANLAGE

ZULAUFPUMPWERK

Wegen der Tiefenlage des Zulaufkanals ist es nicht möglich, das Abwasser im freien Gefälle durch die Kläranlage zum Lech zu leiten. Deshalb wird das zulaufende Rohabwasser um 5 m gehoben. Das Zulaufpumpwerk besteht aus 4 Kreiselpumpen mit einer Gesamtleistung von 240 Litern pro Sekunde.

Die Höhenlage der Bauwerke wurde durch die erforderliche Sicherheit gegen Hochwasserrückstau, die notwendige Auftriebssicherheit der Becken und die Minimierung der Wasserhaltungskosten bestimmt.

ZULAUFPUMPWERK

SAND UND FETTFANG

Das Kanalnetz der Lechfeldgemeinden ist als Trennsystem ausgelegt, die Bundeswehr entwässert im Mischsystem. Trotz des damit etwas geringeren Anteils von Oberflächenwasser gelangen über die Schachtdeckel der Trennkanalisation sowie vom Bundeswehrflugplatz her kleinere Sandmengen ins Abwasser. Daher wird das Abwasser vom Zulaufpumpwerk zunächst in einen Langsandfang mit Fettabscheider gefördert. Hier wird durch seitliche Lufteinpressung eine horizontale Wasserwalze erzeugt, durch deren Turbulenz Sand und Schlamm getrennt werden.

Auf der Beckenseite mit abwärts gerichteter Strömung befindet sich der Fettabscheideteil, der vom Sandfang durch eine Tauchwand abgetrennt ist. Hier schwimmen Leichtstoffe und Fette auf. Auf einer fahrbaren Räumerbrücke ist ein Sandsilo montiert, in welches der abgesetzte Sand gepumpt wird. Eine Klassierschnecke entnimmt den Sand aus dem Silo, entwässert ihn und wirft ihn in einen stationären Sandcontainer ab.

Das Fett wird mittels eines Räumschildes zum Schlammschacht am Vorklärbecken geschoben und in diesen abgeworfen.

SAND UND FETTFANG

VORKLÄRBECKEN

Im Anschluss an den Langsandfang gelangt das Abwasser in die beiden Vorklärbecken mit jeweils 250 Kubikmeter Inhalt. Hier setzt sich der im Abwasser enthaltene Schlamm während einer Verweilzeit von über 1 Stunde ab. Der Schlamm wird durch einen Schildräumer in regelmäßigen Zeitabständen zum zulaufseitigen Schlammtrichter hin geschoben und von dort mehrmals täglich abgelassen.

VORKLÄRBECKEN

BELEBUNGSBECKEN

In den beiden Belebungsbecken mit einer Wassertiefe von 4,20 m und einem Innendurchmesser von 15,50 m wird das Abwasser-Schlammgemisch durch ein auf der Beckensohle installiertes Lufteintragsystem mit Luftsauerstoff versorgt. Das Belüftungssystem wird über ein Blockheizkraftwerk und vier elektrisch angetriebene Gebläse im Betriebsgebäude gespeist.

Zur besseren Luftausnutzung und zur Vermeidung von Ablagerungen wird der Beckeninhalt durch horizontal fördernde Abwasserpropeller mit 2 m Durchmesser in Bewegung gehalten. Das Lufteintragssystem besteht aus Gummimembranbelüftern. Unter diesen Bedingungen nehmen die mit dem Rücklaufschlamm eingetragenen Bakterien, die sich in Flocken zusammenschließen, die gelösten Abwasserschmutzstoffe auf, wachsen und vermehren sich.

BELEBUNGSBECKEN

NACHKLÄRBECKEN

Die beiden Nachklärbecken sind funktionell eng mit dem Belebungsbecken verbunden. Hier sedimentiert durch geringe Fließgeschwindigkeit und Turbulenz der im Ablauf der Belebungsbecken enthaltene Schlamm.

Durch einen umlaufenden Rundräumer wird der Schlamm zum mittigen Schlammtrichter gefördert und von dort über das Rücklaufschlammpumpwerk wieder in den Zulauf zu den Belebungsbecken gefördert. Auf diese Weise kann die Bakterienmasse im Belebungsbecken entsprechend dem Absetzverhalten des Schlammes auf einem hohen Konzentrationsniveau gehalten werden. Das geklärte Abwasser läuft in eine umlaufende Ablaufrinne und zur Ablaufmessanlage.

NACHKLÄRBECKEN

ABLAUFMESSANLAGE

Vor dem Auslauf zum Lech durchläuft das gereinigte Abwasser ein Messgerinne mit Trapezmesswehr. Hiermit wird über ein Registriergerät permanent die abfließende Wassermenge protokolliert.

Daneben werden in der Ablaufmessanlage entsprechende Qualitätskontrollen durchgeführt, um die Einhaltung der behördlich geforderten Reinigungsleistung nachzuweisen.

PUMPENRAUM

Der überschüssige Schlamm aus den Belebungsbecken wird aus dem Rücklaufschlammkreislauf abgezweigt und in den Zulauf zum Rechen gepumpt. Auf diese Weise wird er gemeinsam mit dem Rohschlamm aus dem Vorklärbecken abgezogen. Da dieser Schlamm viel Wasser enthält (ca. 97 %) wird er vor der weiteren Behandlung in einen Eindicker gefördert. Von dort wird er zur Ausfaulung in den Faulbehälter gepumpt.

PUMPENRAUM

FAULBEHÄLTER

Der Rohschlamm in Eindicker enthält noch erhebliche Mengen leicht zersetzbarer organischer Stoffe. Hydrolytische und fermentative Bakterien, die größtenteils sowohl mit als auch ohne freien Sauerstoff leben können (fakultative Anaerober) bewirken durch ihre Stoffwechseltätigkeit einen Abbau dieser Stoffe. Dabei entstehen als Endprodukte vor allem niedrige Fettsäuren, die sehr geruchsintensiv sind.

Der Schlammbehandlung kommt daher zunächst die Aufgabe zu, den Schlamm in einen geruchsfreien und gut entwässerten Zustand zu bringen. Im Klärwerk der Lechfeldgemeinden wird der Schlamm zusammen mit dem Fett aus dem Sandfang zu diesem Zweck in einen Faulbehälter mit 1.100 Kubikmeter Inhalt, der auf 33 Grad Celsius thermostatisiert wird, über etwa 30 Tage "ausgefault".

Faulbehälter

GASGEWINNUNGSANLAGE

Die noch abbaubaren organischen Stoffe werden durch anaerobe, d.h. nicht luftatmende Bakterien zu Methangas und Kohlendioxid abgebaut. Der entstehende Faulschlamm ist weitgehend entwässerbarer als Rohschlamm. Außerdem wird die Feststoffmenge durch Vergasung auf etwa 65 % vermindert.

Neben dem Stabilisierungseffekt bietet die Schlammfaulung also noch den Vorteil, ein energiereiches Gas zu erzeugen, mit dem ein wesentlicher Teil des betrieblichen Energiebedarfes (Belüftung und Heizung) gedeckt werden kann.

GASGEWINNUNGSANLAGE

SCHLAMMBEHÄLTER

Zum Zwischenspeichern des ausgefaulten Schlammes dienen 3 Schlammbehälter mit 10 Meter Innendurchmesser und jeweils 650 Kubikmeter Inhalt. Die Behälter werden durch ein Schlammpumpwerk zwischen den Behältern beschickt und entleert. Ebenfalls installiert ist ein Schlammwasserabzug und ein Propellermischer für jeden Behälter. Die Zwischenlagerung ermöglicht bei vorwiegend landwirtschaftlicher Klärschlammnutzung ein Überbrücken der Vegetations- und Frostperioden, in denen eine Ausbringung nicht möglich ist.

Wenn landwirtschaftliche Nutzung ausscheidet, ermöglicht die Zwischenlagerung den wirtschaftlichen Einsatz einer mobilen oder stationären Klärschlammentwässerung.

Schlammbehälter

GASBEHÄLTER

Das beim Faulprozess entstehende Gas, wird in einem Behälter von 350 Kubikmeter Inhalt gespeichert. Dadurch können Schwankungen im Gasanfall ausgeglichen werden. Bei Bedarf wird über eine eigene Anlage abgefackelt.

GASBEHÄLTER

BLOCKHEIZKRAFTWERK

Das Blockheizkraftwerk besteht aus einem Gasmotor mit Drehkolbengebläse, der das bei der Schlammbehandlung entstehende Faulgas als Energiequelle nutzt, und zwei Wärmetauschersystemen für Kühlwasser und Abgaswärme, durch welche die Abwärme (ca. 60 kw bei 60 - 80 Grad Celsius) zur Beheizung des Betriebsgebäudes und des Faulgasbehälters genutzt wird. Das angeschlossene Gebläse hat eine Leistung von 1.420 Kubikmeter pro Stunde.

BLOCKHEIZKRAFTWERK

ZENTRALE MESS -, STEUERUNGS - UND ÜBERWACHUNGSANLAGE

In der Schaltwarte werden alle wichtigen Betriebsdaten angezeigt und registriert. Das Schaubild gibt einen gesamten Überblick der Anlage. Von einem eigenen Betriebsrechner werden 70 Messstellen und 200 Meldungen erfasst und über einen Drucker die Tages-, Monats- und Jahresprotokolle erstellt. Durch ein integriertes Überwachungssystem werden die Klärwärter bei einem Störfall alarmiert. Dadurch ist ein sicherer und wirtschaftlicher Betriebsablauf gewährleistet.

Der Zentrale angeschlossen ist zur Überwachung des Klärprozesses ein, nach dem neuesten Stand der Technik ausgerüstetes Labor, in welchem die Messungen nach den Eigenkontrollbestimmungen durchgeführt werden. Damit ist das Fachpersonal in der Lage, das zu- und abfliesende Abwasser zu untersuchen.

ZENTRALE MESS -, STEUERUNGS - UND ÜBERWACHUNGSANLAGE

 

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